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Technischer Assistent Datenverarbeitung (Bauwesen)

Schüler der Emil-Possehl-Schule entwickeln im Praktikum ein Programm zum Gedächnistraining.
Der Auftrag kam vom Alten- und Pflegeheim Birkenhof in Grinau.

Hintergrund:

Die Schüler der BD106 nehmen an der Emil-Possehl-Schule an einem Ausbildungsgang zum "Technischen Assistenten für Datenverarbeitung (Bauwesen)" teil. Im Rahmen dieser schulischen Ausbildung absolvieren sie Praktika in Ingenieur- oder Architekturbüros, auf Baustellen und in allen Betrieben des EDV-Bereichs.

Weitere Informationen zur Technischen Assistentin / zum Technischen Assistent Datenverarbeitung (Bauwesen) finden Sie am Anfang dieser Seite.

Hier der Praktikumsbericht

Phillip Knust und Henrik Bondiek, Schüler der BD106

 

Nachdem wir bereits im Frühjahr ein 4-wöchiges Praktikum im Institut für Multimediale und Interaktive Systeme (IMIS) an der Universität zu Lübeck gemacht haben, waren für den Sommer noch einmal 7 weitere Wochen geplant. Für diesen langen Zeitraum hat unser dortiger Betreuer Herr Dr. Winkler uns die Möglichkeit gegeben, selbstständig nach Projekten zu suchen, die wir dann mit den gegebenen Möglichkeiten in der Uni umsetzen können.

Für uns war dabei wichtig, dass unser kommendes Projekt mit dem im Unterricht erlernten Wissen zu tun hat. Daher haben wir uns umgesehen und sind in Kontakt mit dem Alten- und Pflegeheim Birkenhof in Grinau gekommen. Dort gibt es diverse Gedächtnistrainig-Spiele für Altersdemenz-Patienten, welche allerdings alle nur analog, beispielsweise in Form von Karten zur Verfügung stehen.

Also sind wir auf die Idee gekommen, diese Spiele digital mit Hilfe der Entwicklersprache C++ umzusetzen. Der große Vorteil hierbei wäre, dass man solche Gedächtnistrainig-Spiele einfach erweitern und auf Patienten individualisieren könnte und obendrein das Spiel aktuell halten kann, damit es auch in Zukunft den kommenden Generationen von Erkrankten entspricht.

Also sind wir mit den dortigen Ergotherapeuten in Kontakt getreten und haben uns untereinander ausgetauscht, was von so einem Gedächtnistrainig-Spiel erwartet wird und welche Möglichkeiten wir in einer digitalen Umsetzung haben. Wir entschieden uns dafür, in unserem ersten Projekt ein Spiel umzusetzen das aus Karten bestand, auf dem Objekte aus der Jugend der Patienten abgebildet sind.

In den ersten Tagen unseres Praktikums haben wir dann im engen Kontakt mit den Therapeuten ein Konzept entwickelt. Wichtig dabei war auch, dass wir uns mit dem Krankheitsbild unserer "Zielgruppe" auseinander setzen um das Programm effektiv zu entwickeln. Dabei haben wir uns folgende Leitfragen gestellt:

Was ist Altersdemenz?

Es gibt verschiedene Demenzformen, die bekannteste ist die Alzheimer Demenz. Sie ist ein durch hirnorganische Veränderungen bedingter Verlust der kognitiven Fähigkeiten. Dies beinhaltet Merkfähigkeit, Konzentration, Orientierungsfähigkeit bis hin zum Verlust des Realitätsbezuges.
Primär betroffen sind das Kurzzeitgedächtnis und die aktuelle Lebenssituation des Erkrankten.

Warum gibt es so ein Spiel?

Das Beschäftigen mit im Langzeitgedächtnis gespeicherten Erinnerungen, zum Beispiel aus der Kindheit und Jugend des Betroffenen, gibt dem Demenzkranken Halt und Sicherheit.

Wie entsprechen wir unserer Zielgruppe?

Wichtig ist eine altersgerechte visuelle Gestaltung und Bedienbarkeit. Außerdem ist eine Vollbild-Anwendung, die nicht beendbar ist, erforderlich.

Was ist das Ziel einer digitalen Umsetzung?

Das Spiel soll von einem Therapeuten mittels eines Aufgabenerstellungsprogramms erweiterbar sein, dass individuell auf Patienten konfigurierbar ist. Auch soll es der Generation des Erkrankten entsprechen.

Welche Anforderungen muss das Aufgabenerstellungsprogramm erfüllen?

Es soll ein Programm zum Erstellen eigener Module sein, das von Laien einfach zu bedienen ist und möglichst wenige Schritte im Explorer benötigt.

Nachdem das Konzept fertig gestellt wurde, haben wir begonnen, das Gedächtnistrainig-Spiel mit der Entwickleroberfläche "Borland" zu erstellen. Hierbei haben wir auf unser Wissen zurückgegriffen, welches wir in den vergangenen beiden Jahren im Informatikunterricht erlernt haben.

Kurz beschrieben funktioniert das Programm in folgenden Schritten:

  • Nach starten des Gedächtnistrainig-Spiels wird ein Modul ausgewählt. Module können entweder allgemeine Oberbegriffe wie "Objekte", "draußen" oder "Personen" sein, oder aber speziell für Patienten eingerichtet werden.
  • Der Patient sieht nun ein abgebildetes Objekt. Dazu werden zwei Antworten angezeigt, die Falsche wird zufällig ausgewählt, des Weiteren ist auch die Position der richtigen und Falschen zufällig um die Wiederspielbarkeit zu erhöhen.
  • Nachdem der Spielende sich für eine Antwort entschieden hat, kommt unmittelbar eine Rückmeldung, ob die Auswahl richtig oder falsch war und am Ende gibt es eine Auswertung, wie die gesamten Bilder beantwortet wurden.

 

Dieser auf den ersten Blick simpel erscheinende Prozess war sehr komplex zu entwickeln und hat uns viele Wochen beschäftigt. Doch die Arbeit hat sich gelohnt, unser Endprodukt kam hervorragend bei den Therapeuten an und wir haben bei der nächsten Praktikumsgelegenheit ein weiteres Projekt begonnen, in dem die Möglichkeiten des Computers noch weiter ausgenutzt werden.

 

So war unser zweites Trainingsspiel für die "fitteren" Bewohner des Altenheims gedacht. Ein Bild auf dem etwa ein Objekt oder eine Person abgebildet ist wird komplett schwarz abgedeckt und nacheinander in zufälliger Reihenfolge Stück für Stück aufgedeckt. Nun gilt es das Abgebildete anhand der kleinen Abschnitte zu erkennen. Dies macht durchaus auch den jüngeren Spielern Spaß und ist allgemein anwendbar. Im Gegensatz zu unserem ersten Programm sollte dieses außerdem auch der aktuellen Lebenssituation des Erkrankten entsprechen, daher sind wir durch das gesamte Alten- und Pflegeheim gegangen und haben Räume, Objekte und Personal photographiert.

 

Abschließend haben wir unsere fertigen Spiele dann den Therapeuten vorgestellt und daraufhin erstmals den dortigen Bewohnern gezeigt. Es war eine große Freude zu sehen, wie unser eigens entwickeltes Programm nicht nur tatsächlich umgesetzt wurde, sondern auch noch außerordentlich gut bei den Patienten ankam.

 

Überraschend war auch zu sehen, welch großes Interesse an dem Medium Computer bestand. So kam es zu einem richtigen Generationenaustausch zwischen uns und den Bewohnern im Rentenalter.

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