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CHARLOTTE KERNER

Buchautorin

Charlotte Kerner, geboren und aufgewachsen in Speyer. Studium der Volkswirtschaft und Soziologie in Mannheim. Zunächst Mitarbeiterin in einem stadtsoziologischen Forschungsprojekt. Anschließend jeweils einjährige Studienaufenthalte in Kanada (1976) und China (1978). Über ihre Erfahrungen in China und die Stellung der chinesischen Mädchen und Frauen schrieb sie zusammen mit einer Sinologin ihr erstes Buch. Seit 1979 ist sie nur noch schreibend tätig. Sie lebt heute mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Lübeck.

1. Preis im Wettbewerb "Reporter der Wissenschaft" über eine Frauenselbsthilfegruppe nach Krebsoperationen (1979). Drei Jahre Tätigkeit als Pressereferentin der Stiftung Jugend forscht (1980-1983). Als Stipendiatin der Robert-Bosch-Stiftung hospitierte sie 1984 bei der Deutschen Presseagentur (dpa) und im Wissenschaftsressort der ZEIT. Charlotte Kerner schreibt u. a. für DIE ZEIT und EMMA.

1987 Deutscher Jugendliteraturpreis für "Lise, Atomphysikerin". Vier weitere Bücher standen auf der Auswahlliste, darunter die Zukunftsgeschichte "Geboren 1999", die in mehrere Sprachen übersetzt und fürs Fernsehen verfilmt wurde. 1997 Literaturpreis der GEDOK Schleswig-H.

Für den Roman "Blueprint - Blaupause" wurde sie im Jahr 2000 ebenfalls mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis geehrt. "Blueprint" erscheint in 7 europäischen Ländern, Japan und den USA. 2003 Verfilmung des Buches mit Franka Potente in der Doppelrolle Iris/Siri.

Zentraler Wert der menschlichen Individualität

Charlotte Kerner

Mit Schülerinnen und Schülern der Gewerbeschule III führte die vielfach ausgezeichnete Jugendbuchautorin Charlotte Kerner am 2. Februar 2004 ein sogenanntes ‚Werkstattgespräch' über ihren letzten Roman "Blueprint" und dessen aktuelle Verfilmung.

Frau Kerner stellte in konzentrierter Form die Thematik ihres Romans über das in der heutigen Zeit durch wissenschaftliche Fortschritte auf medizinischem und biotechnischem Gebiet möglich gewordene Klonen von tierischen und menschlichen Zellen bis zum Klonen vollständiger Lebewesen vor.

Heute würden die Berichte über geklonte Tiere und das Klonen menschlicher Embryonen wie selbstverständlich zur medizinischen, bioethischen und gesellschaftlichen Fortschrittsdiskussion gehören.

Ihr Buch sei thematisch ganz nah am Puls der Zeit und werfe fundamentale Fragen an Wissenschaft, Gesellschaft, Kirchen und Politik auf.

Dieser Teil des Gesprächs brachte auch die zentrale Fragestellung, inwieweit der individuelle Wert des Menschen ernsthaft gefährdet sein könnte, hervor.

Die gegenwärtige bioethische Wertedebatte erhalte vor diesem Hintergrund besonderes Gewicht, da aus heutiger Sicht kaum voraussagbar sei, welche psychologischen, medizinischen, rechtlichen und gesellschaftspolitischen Irrwüchse ein in der Welt der Wissenschaft eingeführtes Klonen mit sich bringen könnte. Zudem gebe es bislang keinerlei einheitliche globale Regeln im Umgang mit der Technologie des Klonens.

Spätestens hier wurde allen Beteiligten in ganz besonderem Maße bewusst, welche schwerwiegende Verantwortung nicht nur der Biotechnologie und der Medizin obliegt, damit die individuelle Identität eines jeden einzelnen Lebewesens als fundamentaler humaner Grundwert erhalten und uneingeschränkt geschützt bleiben kann.

Die hierzulande intensiv einsetzende Welle bioethischer Diskussionen auf allen gesellschaftlichen Ebenen und das Einsetzen eines Ethikrates auf Bundesebene zeigt in besonderer Weise die Brisanz dieser die Grundwerte berührenden Thematik.

Lübeck, 2. Februar 2004

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