banner

PETER HARRY CARSTENSEN

Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein

Peter Harry Carstensen, geboren am 12. März 1947 in Nordstrand. Der Schleswig-Holsteinische Landtag hat ihn am 27. April 2005 zum Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein gewählt. Peter Harry Carstensen ist verwitwet und hat zwei Kinder.

Ausbildung und beruflicher Werdegang

  • Studium der Agrarwissenschaften 1973 1. Staatsexamen, 1976 2. Staatsexamen
  • 1976 bis 1983 Lehr- und Beratungstätigkeit an der Landwirtschaftsschule und Wirtschaftsberatungsstelle Bredstedt, Oberlandwirtschaftsrat.

Politisches Engagement

  • Seit 1971 Mitglied der CDU.
  • 1983 bis 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages.
  • 1994 bis 2002 Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Deutschen Bundestages.
  • 2002 bis April 2005 Vorsitzender der Arbeitsgruppe für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft der CDU/CSU Bundestagsfraktion.
  • Juli 2000 bis Juni 2002 stellv. Vorsitzender der CDU Schleswig-Holstein.
  • Seit Juni 2002 Vorsitzender der CDU Schleswig-Holstein.
  • Vom 1. November 2005 bis zum 31. Oktober 2006 Bundesratspräsident.

Christliches Menschenbild als politische Grundlage

Peter-Harry Carstensen

Herr Carstensen genoss sofort die Sympathien aller Zuhörerinnen und Zuhörer, als er sehr spontan und einfühlsam auf die herbstzeitliche Blumendekoration unserer Floristinnen reagierte und unter Verweis auf seine berufliche Herkunft ausrief: "Auch Bauern können Ministerpräsident werden."
Er freue sich sehr auf diese Veranstaltung und die Gespräche mit jungen Leuten, die als "best agers" äußerst wichtig für die Grundlagen in der Politik seien: "Sie sind diejenigen, auf deren Schultern die Arbeit für diesen Staat liegen wird." In seinem folgenden Referat wies Herr Carstensen insbesondere auf die zentralen Problemstellungen von Gegenwart und Zukunft, wie demografische Veränderungen, neue Errungenschaften in den Medien sowie die Notwendigkeit, die Türen zu öffnen für Menschen aus anderen Kulturen. Dabei verwies er insbesondere auf den neuen Landeskulturpreisträger Feridun Zaimoglu, der erst als 6-jähriger Deutsch sprechen gelernt habe und nun einer der führenden Literaten im Bundesland Schleswig-Holstein sei.
Er sensibilisierte für weitere gesellschaftliche Veränderungen, wie auch die andersartig sich gestaltenden familiären Strukturen.
Unter der Stichwortsetzung "Verantwortung und Gerechtigkeit" verwies er auf viele Beispiele von Ansprüchen an den Staat, die jedoch meist nicht mit dem Wahrnehmen von Verpflichtungen einhergingen. So sprach er auch die Alternativen für staatliche Fürsorge an und verwies auf die Grenzen zwischen fordern und fördern. Wir alle müssten uns fragen, was uns der Zusammenhalt in dieser Gesellschaft wert sei, welche die sicherste sei, die wir jemals hatten. Sehr direkte Wirkung von Politik stelle er auch bei der Betrachtung der eigenen familiären Biografie fest, zähle er sich doch (im Vergleich zum Vater und zum älteren Bruder) zu der ersten Generation in Deutschland, die noch nie einen Krieg erlebt habe, was durchaus eine Folge kluger Politik sei. In diesem Zusammenhang lobt Carstensen sowohl die EU, die in einem ganzen Jahr weniger Geld beanspruche, als ein einziger Tag des Krieges kosten würde, als auch unsere heutige Gesellschaftsordnung in Deutschland, welche die freiheitlichste sei, die wir je hatten. Rechtssicherheit sei garantiert, wir müssten diejenigen, die sich materiell selbst nicht mehr helfen könnten, unterstützen. Wohlstand und Wohlanständigkeit gehörten untrennbar zusammen, wobei ihm jedoch manchmal -angesichts der Verhaltensweisen einiger Manager- doch Zweifel kämen.
Bei aller Globalisierung sollte man auch ein Heimatbewusstsein haben. Er lobte Deutschland als WM-Gastgeberland 2006, welches ein selbstbewusstes und dennoch nicht braun eingefärbtes Nationalitätsgefühl gezeigt habe. Er warnte jedoch vor technologischer Unbeweglichkeit und der damit einhergehenden Gefahr, von anderen emporstrebenden Ländern abgehängt zu werden.
Bei aller Bedeutung des Ökonomischen lehnte Carstensen jedoch eine Ökonomisierung aller Lebensbereiche ausdrücklich ab und erinnerte an das christliche Menschenbild, das menschliches Leben schützt und Solidarität mit den Schwachen fordert. Daher sollte das christliche Menschenbild die Grundlage einer jeden Politik sein.
Die gigantische Verschuldung unseres Staates kritisierte er als ethisches und moralisches Problem, sei es doch respekt- und verantwortungslos gegenüber der jüngeren Generation. "Wir brauchen in unserer Gesellschaft Rückbesinnung auf Werte; sie geben uns Rückgrat, wo sonst nur Wirbelsäule wäre", so die Schlussworte des Ministerpräsidenten.
Die anschließende Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern bereitete Herrn Carstensen sichtlich Freude und er wäre sicherlich gerne noch etwas länger geblieben, sofern der massive Termindruck ihn nicht daran gehindert hätte.

Lübeck, 16. November 2006

Schriftgröße
EPSIntern
Juni
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
22
27
28
29
30
31
01
02
23
03
04
05
06
07
08
09
24
10
11
12
13
14
15
16
25
17
18
19
20
21
22
23
26
24
25
26
27
28
29
30