banner

Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann

Unternehmer
Präsident UV Nord
Vereinigung der Unternehmensverbände in HH u. SH

Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann, geb. 1948 in Bückeburg. Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit Promotion in Psychologie. Danach Referent im Bundesministerium der Verteidigung, Lehrauftrag für internationale Politik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn, Dozent für Betriebs- und Organisationswissenschaften an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, Lehrbeauftragter für Wirtschaftspsychologie an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) Kiel, Sprecher der Geschäftsleitung der Peter Kölln KGaA Elmshorn.

Jetzige Tätigkeit: Persönlich haftender und geschäftsführender Gesellschafter der Firma Peter Kölln KGaA, Geschäftsführer der Firmen Ernsthermann Kölln Industrie- und Verwaltungs-GmbH, King Nährmittel GmbH, Frachtkontor E. Kölln GmbH, Mercator Gastronomie GmbH, alle Elmshorn. Honorarkonsul der Republik Venezuela, Honorarprofessor für Betriebswirtschaftslehre a. d. CAU.

Außerdem: Präsident der IHK zu Kiel; Vorsitzender der Studien- und Fördergesellschaft der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft e. V., des Hochschulbeirates der CAU zu Kiel, des Kuratoriums Stiftung zur Förderung des Sports in SH, der Gesellschaft für Betriebswirtschaft zu Kiel e. V.; Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wirtschaftsakademie S.-H.; Mitglied im Präsidium der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, im Beirat bei der Deutschen Bundesbank, Hbg., im Aufsichtsrat der HSH Nordbank AG, des Beirats der Commerzbank AG, des Beraterkreis der Deutschen Industriebank (IKB), des Unternehmer-beirates der DZ-Bank, des Vorstandes der Hermann-Ehlers-Stiftung. Ehrenbürger der CAU Kiel, Oberst der Reserve der Bundeswehr.

Werteverfall aus Sicht der Arbeitgeber im Gesamtwirtschaftssystem

Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann

Vor vollem Forum würdigte Herr Prof. Dr. Driftmann die Leistung der Wirtschaft, der Menschen, der Politik, aber auch der Gewerkschaften beim Wiederaufbau Deutschlands. Nach dieser Phase der fortlaufenden Steigerung des Bruttosozialprodukts, des Exportüberschusses und allgemeiner gesellschaftlicher Zufriedenheit sei mit Beginn der neunziger Jahre eine stetige Verschlechterung des wirtschaftlichen Klimas einhergehend mit einem Ansteigen der Firmenkonkurse und der Arbeitslosigkeit gefolgt, so Driftmann. Begründet wurde diese Entwicklung mit dem seiner Auffassung nach zunehmenden Blockadeverhalten der Gewerkschaften, hohen Lohn- und Lohnzusatzkosten, bürokratischen Hemmnissen, dem wirtschaftsfeindlichen Kündigungsschutz und einem verkrusteten Tarifrecht. Dass aus diesen Gründen die Freisetzung vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erfolgte, sei verständlich und führe, so Prof. Driftmann, zunehmend zu gesellschaftlichen Problemen, und werde damit zu einer kardinalen Aufgabe der Politik. Die Bewältigung der Missstände erfordere einen sozialen, gesellschaftlichen, politischen und persönlichen Umdenkungsprozess. Die Politik, so meint er, müsse der Wirtschaft mehr Zukunftsperspektiven und Verlässlichkeit aufzeigen, dann würden die Unternehmen wieder positiver in die Zukunft sehen. Das gesamte Land würde profitieren, insbesondere die Arbeitslosen. Zudem müssten die Gewerkschaften von ihren alten, ideologischen Forderungen Abschied nehmen und sich den globalen Entwicklungen öffnen. Die Globalisierung sei in den folgenden Jahren vielen Betrieben entgegengekommen, könnten sie doch ihre Produktion jetzt europa- und weltweit organisieren. Dass Freisetzungen und Arbeitslosigkeit ein moralisches Problem für die Betroffenen darstelle, sei bekannt - die Bedingungen eines Unternehmens erlaubten manchmal leider keine andere Möglichkeit. Das Gesamtbetriebssystem müsse Priorität vor Einzelmaßnahmen haben, sonst würden Probleme noch größerer Art folgen, welche die sozialökonomische Situation im Lande wiederum verschlechterten. Von einem Werteverfall könne hierbei nicht aus-gegangen werden, da die wirtschaftliche Situation eines Betriebes anderen Prinzipien folgen müsse. Die Wirtschaft sei sich ihrer herausragenden Verantwortung bei der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland bewusst. Sie beschäftige sich auf allen Ebenen, auch im Bezug auf Moral- und Werteentwicklung, mit Analysen, weiterführenden Konzepten und strukturellen, erfolgversprechenden Erneuerungsschwerpunkten.

Lübeck, 23. November 1999

Schriftgröße
EPSIntern
November
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
44
29
30
31
01
02
03
04
45
05
06
07
08
09
10
11
46
12
13
14
15
16
17
18
47
19
20
21
22
23
24
25
48
26
27
28
29
30
01
02