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Finnische Visite in der Abteilung Farbtechnik & Raumgestaltung

02.05.2017

Am Mittwoch den 30.11.2016 konnten Fachlehrer Benjamin Meiburg und stud. Lehrkraft Ole Deutschmann die Türen von Werkstatt und Klassenraum der Abteilung für Farbtechnik und Raumgestaltung für eine finnische Besuchertruppe öffnen. Suvi Hoglund, eine Kollegin der Gewerbeschule Vantaan ammattiopisto Varia besuchte mit zwei Schülerinnen der Gestaltungsklasse und zwei Schülerinnen der Malerklasse den Unterricht. Der Aufenthalt an der Emil Possehl Schule war über zwei Tage mit mehreren Abteilungen von Markus Wendt, dem Koordinator der LEONARDO-Projekte, geplant worden. Stattgefunden hat die Aktion im Rahmen der Mobilitätsförderung im Sinne einer europäisierten Berufsausbildung, bei der Hospitationsreisen mit den Partnerschulen der Emil Possehl Europaschule organisiert werden.

Mal über den Tellerrand schauen war also angesagt ...

Während ihres Aufenthalts in der Werksatt der Maler und Lackierer erlernten die fünf interessierten Frauen inmitten einer Gruppe der ML 15 eine Einstiegsübung zur Schabloniertechnik. Auf eine Sandstrukturtapete sollten mittels Schablonierpinsel Lasuren durch einen Durchschlag appliziert werden. Dank der Dolmetscherfähigkeiten der Kollegen gab es keine größeren Verständigungsprobleme, so das bald ein munteres Stupfen und Klopfen vom Werktisch zu vernehmen war. Allen ging die Arbeit leicht von der Hand und unter den Augen des Meisters entstanden Werkstücke mit interessanten Farbverläufen und sauber schablonierten Kanten. Hie und da mal ein Tröpchen konnten das Ergebnis nicht schmälern.

Im Smalltalk erörterte die Runde die Unterschiede in der Berufsausbildung zum painter and varnisher.

Das deutsche duale Sytem, die Lernortvernetzung von Schule, Betrieb und Innung -  ebenso das 12-teilige Lernfeldkonzept der Maler und Lackiererausbildung, das sich auf Instandhaltung und Gestaltung versteht, stehen einem finnischen System gegenüber, das in drei Jahren training on the job mit mehrwöchigen Blöcken berufschulischer Einheiten ergänzt wird. Finnische Maler befassen sich zu Beginn ihrer Ausbildung mit der Oberflächengestaltung von Boden, Decke und Wand – entsprechend mit Material- Werkzeug- und Technikeinsatz. Im zweiten Jahr bearbeitet man Innenraumausstattungen – so z.B. Möbel und Festeinbauten wie Treppen, Fenster und Türen, im dritten und letzten Jahr der Ausbildung lernen die Finnen die Grundregeln der Gestaltung: Farbe, Form, Kommunikation - ebenso wie traditionelle Handwerkstechniken.

Somit kann gesagt werden, dass die finnische Ausbildung deutlich berufspraktisch orientiert ausgerichtet ist. Auch im finnischen System können Aufträge unter realen Bedingungen von den trainees angenommen und durchgeführt werden, eine Möglichkeit der Unterrichtsgestaltung, die an unsere Lehrbaustelle in Kiel erinnert, bei der Schleswig-Holsteiner Azubis unter Aufsicht öffentlich vergebene Aufträge bearbeiten.

Der finnische Maler in Ausbildung verdient  übrigens 10,- € in der Stunde und wird somit genauso schnell reich, wie der deutsche Maler in Ausbildung...

Bei einem abschließenden Besuch im Klassenraum wurde das selbsständige Arbeiten der zweiten Gruppe der ML15  im Lernfeld deutlich. Die Schülerinnen und Schüler machten sich gerade mit the maintenance of  facades – mechanical vs. high pressure dry and wet cleaning systems vertraut. Die in diesem Fall bilinguale Ergebnissicherung brachte frischen Schwung und ungläubiges Kichern in den Nachmittag. Eine so gute Ausstattung mit Schulbüchern wie unsere Abteilung habe sie Zuhause nicht, gab die finnische Kollegin zu. Sie begegnet diesem Umstand jedoch pragmatisch – sie schreibe dann selber eins.  Auf Wiedersehen und vielleicht bis nächstes Jahr Suvi Hoglund!                 

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