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Kooperationstage in Hillerød, Dänemark

Auch in diesem Jahr war es wieder soweit und wir fuhren mit den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst sowie mit weiteren Kollegen zur langersehnten Fortbildungsreise nach Hillerød, um uns das dänische Berufsschulsystem aus der Nähe anzuschauen. Mit den neuen EPS-Magnetschildern ausgerüstet, machte sich die Kolonne mit drei schwarzen Pkws am Dienstagmorgen auf den Weg. Nachdem wir auf der Fähre die Fahrzeuge abstellten, tauschten sich die Kolleginnen und Kollegen an Bug und Heck aus und nutzen das Duty-free Angebot auf der Fähre, um sich mit dänischen Lakritz auszurüsten. Die Fährfahrt verging wie im Fluge. In Dänemark angekommen und nach kurzer Kontrolle des mit schwarzen Scheiben getönten Führungsfahrzeugs auf Schmuggelware, kamen wir zwei Stunden später an der Berufsschule in Dänemark an. Poul, der Koordinator vor Ort, nahm uns herzlich und herzhaft mit Smørrebrød in Empfang. Der Trick bei dieser dänischen Delikatesse besteht darin, eine möglichst dünne Scheibe Schwarzbrot mit Roastbeef, Shrimps, Seelachs, Remoulade, Dillspitzen, Zitrone und Salat zu einem etwa fünf Zentimeter hohen Turm aufzubauen. Gestärkt waren wir nun bereit den ersten Input durch die Schulleiterin Tina zu bekommen. Tina stellte in Ihrem Vortrag die die Probleme Dänemarks im Bereich des Fachkräftemangels vor. Die Schwere des Themas ist mit der Situation in Deutschland vergleichbar, Berechnungen zur Folge werden 2025 in Dänemark 70.000 Fachkräfte fehlen, allein die Hälfte davon im Baubereich. Die aus zwei Schulen fusionierte U/Nord ist in Bezug auf die Ausbildungsberufe in etwa aufgestellt wie die EPS. Zusätzlich, neben Berufen wie Mauerer und Zimmerer, werden beispielsweise auch Tischler, Anlagenmechaniker SHK, Mechatroniker, KFZ-Mechatroniker, Kaufleute, Köche, Rettungs- und Pharma-Assistenten ausgebildet. Eine weitere Besonderheit der U/Nord ist, dass sie die einzige Schule in ganz Dänemark ist, die Bootsbauer ausbilden. Nachdem Tina ihren Vortrag beendete, übernahm Poul und erklärte uns die Grundlagen des dänischen Berufsausbildungssystems. Die Dänen bilden auch in einem dualen Ausbildungssystem aus, anders als in Deutschland jedoch, gehen die Schüler ohne Arbeitsvertrag ein Jahr zur Schule, um zu entscheiden, was sie lernen wollen. Anschließend suchen sich die Schüler einen Betrieb und gehen dann in den folgenden drei Jahren Ausbildung insgesamt fünfmal für sechs Wochen zur Schule. Das ist etwa ein Drittel der Berufsschulzeit, die Auszubildende in Deutschland leisten müssen. Nach ausreichendem Input führte uns Poul durch die einzelnen Abteilungen. Die typisch dänische Entspanntheit war auch in den Klassenräumen zu spüren und sprang allmählich auch auf das deutsche Kollegium über. Wieder im Empfangsraum angekommen, wurden wir aufgefordert das Smørrebrød doch bitte nicht schlecht werden zu lassen, anschließend verabschiedeten wir uns, um im nahegelegenem Fredensborg in den Asminderød Kro einzuchecken.

Nach kurzer Organisationzeit und Austausch im Kollegium machten wir uns auf den Weg nach Gilleleje, um in romantischer Kulisse am Strand und Hafen zu Abend zu essen. Anregende Gespräche und ein Spaziergang am Hafenbecken rundeten den Tag ab und die erschöpften Lehrkräfte ließen den Tag gemächlich ausklingen.

Beim reichhaltigen Frühstück reparierte ein Kollege den Kaffeevollautomaten und den Ventilator des Hotels, sodass wir uns durch gute Taten gestärkt auf den Weg in den zweiten Gebäudekomplex der U/Nord machen konnten. Die geografische Lage nutzend besuchten wir noch kurz das durch die Kongelige Livgarde gesicherte Schloss Fredensborg (Fredensborg Slot).

An der U/Nord angekommen führte uns diesmal Phillip durch die Schule. Hier besichtigten wir die Kfz-, die Rettungssanitäter-, als auch die Pharmaabteilung. Um die Mittagszeit verabschiedete uns Poul, natürlich nicht ohne uns mit Wegproviant auszustatten sowie mit den Worten: „Alles ruhig machen, dann schafft man mehr“, was gleichzeitig zum Fazit unserer Fortbildungsreise werden sollte.

Programm

UNord (ppt)

Das dänische Berufsschulsystem (ppt)