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Emil Possehl

Wer war Emil Possehl,
der Namensgeber unserer Schule?

 

"Mein größter Wunsch ist es, dass die Früchte meines

Lebenswerkes meiner geliebten Vaterstadt, der Freien und

Hansestadt Lübeck, zu Gute kommen mögen",

 

heißt es im Testament des Gründers der Possehl-Stiftung und Namensgeber unserer Schule, Senator Emil Possehl.

 

 

Emil Possehl (* 13.2. 1850, † 04.2. 1919) spielte bereits zu Lebzeiten in Lübeck eine bedeutende Rolle als Mäzen. Mäzen oder Mäzenin nennt man vermögende Privatleute, wie heutzutage die Lübeckerin Frau Lisa Dräger (* 20.8. 1920, † 18.2. 2015), die uneigennützig mit finanziellen Mitteln die Jugend, die Kunst, die Kultur und den Sport fördern.

Nachdem Emil Possehl das Handelshaus seines Vaters zu einem Stahlimperium ausgebaut hatte, wurde er als einer der wichtigsten Erzagenten Europas sehr wohlhabend und einflussreich. Über die großzügige Förderung "alles Guten und Schönen in seiner geliebten Hansestadt" hinaus, engagierte sich Emil Possehl auch politisch. Als Senator legte er wichtige Grundsteine für die Verkehrsstruktur, zum Wohle der Stadt und seiner Bewohner. Noch über seinen Tod hinaus ermöglicht die Possehl-Stiftung, dass beispielsweise das Lernen an Lübecker Schulen möglich ist. In seinem Testament legte Emil Possehl u. a. die Förderung der industriellen und gewerblichen Ausbildung der Jugend fest sowie die Unterstützung gemeinnütziger städtischer Unternehmungen, ausdrücklich insoweit diese auf Ertüchtigung und Ausbildung der Jugend hinwirken.

Emil Possehl wirkte in der Gründerzeit, der wirtschaftlichen Phase in Deutschland und Österreich im 19. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg. Possehls Mutter, Mathilde von Melle, gehörte einer alten Lübecker Familie an, der seit dem Mittelalter zahlreiche Geistliche und Gelehrte entstammten. Ludwig Possehl, sein Vater, ein Lübecker Kaufmann, war Nachfahre einer ursprünglich in Mecklenburg beheimateten Handwerkerfamilie. Die 1847 von Ludwig Possehl eröffnete Eisen-, Blech- und Kohlenhandlung L. Possehl & Co. baute Emil Possehl binnen weniger Jahre beeindruckend aus. So wurde Emil Possehl einer der größten Erzhändler Europas. Er belieferte die deutsche Eisen- und Stahlindustrie an Rhein und Ruhr mit Rohstoffen, die er vorrangig aus Skandinavien beschaffte. Das phosphorhaltige skandinavische Erz, so erkannte Possehl, eignete sich für das damals neuartige Thomas-Verfahren. Thomasstahl dient noch heute zur Fertigung von Schienen, Profileisen und Blechen. Für die Transporte setzte Emil Possehl eigene Schiffe ein. Er erwarb eine russische Fabrik für Sensen, Hufeisen und -nägel, ein Stahlwerk in Schweden und eigene Erzgruben in Skandinavien. Das Possehl-Imperium war bereits damals ein Globalplayer, das bereits Anfang des 20. Jahrhunderts ein Vermögen von mehr als 100 Mio. Goldmark vorweisen konnte.

Trotz dieses großen wirtschaftlichen Erfolges ruhte Emil Possehl nie. In seiner Vaterstadt übernahm er bedeutsame Ehrenämter und förderte wichtige soziale und kulturelle Projekte der Stadt. Der Neubau des Jugendstiltheaters in der Beckergrube wurde nur durch seine großzügige Spende für den Grundstückserwerb möglich. Im Rahmen seines politischen Engagements als Mitglied des Lübecker Senats setzte sich Emil Possehl besonders für den Ausbau der Verkehrsstruktur zu Wasser und auf der Schiene ein - Verkehrswege, die er als Grundvoraussetzung für das Wirtschaftswachstum in Lübeck erkannte. Wie eingangs erwähnt, gehörte er zu den Initiatoren des Elbe-Lübeck-Kanals und die erst 1963 realisierte Vogelfluglinie, Verkehrswege zu Wasser und zu Lande, benannt nach der Flugroute der Wildgänse und anderer arktischer Wasservögel zwischen Mitteleuropa und Skandinavien. Hier wird Possehls Weitblick deutlich, wenn man bedenkt, dass er schon damals forderte, Skandinavien über Fehmarn enger an das Festland anzuschließen.

Emil Possehls Ehe mit der Schauspielerin Willhelmine Schönherr blieb kinderlos. Bevor er starb, setzte er in seinem Testament eine Stiftung als Universalerbin ein, die seinen Namen tragen sollte. Noch heute, fast 90 Jahre nach Possehls Tod, bestehen die Stiftung und die Unternehmensgruppe. So überdauerte sein Erbe die Folgen zweier Weltkriege, der Weltwirtschaftskrise sowie zweier Inflationen.

Die kontinuierlich gute Entwicklung der Unternehmensgruppe ermöglicht der Stiftung eine Steigerung ihrer Zuwendungen. Seit 1950 sind für verschiedene Stiftungszwecke, wie den Einbau moderner Heizungsanlagen in Schulen, Linderung sozialer Not, den Erhalt oder Neubau wichtiger städtischer Gebäude sowie die Förderung von Jugend, Sport, Wissenschaft, Kunst und Kultur insgesamt rund € 100 Mio. von der Possehl Stiftung im Sinne des Stifters ausgeschüttet worden.

 

Zusammengetragen von Jörn Fischer, Emil-Posshl-Schule

 

Quellen:

 

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