Erster Netzwerktag im zweiten Schulhalbjahr 2025/2026

Am 25. Februar 2026 fand der erste Netzwerktag für das zweite Schulhalbjahr des Schuljahres 2025/2026 an der Emil-Possehl-Schule statt. Es nahmen der stellvertretende Schulleiter und Ausbildungskoordinator Stefan Schuhr, interessierte Fachlehrkräfte, die Ausbildungslehrkräfte, die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sowie der derzeitigen Praktikant an der Veranstaltung teil. Larissa Voigt stellte im Rahmen ihrer Unterrichtslehrprobe einen Unterricht aus dem Fach Wirtschaft und Politik vor, anschließend wurde der vorgeführte Unterricht umfassend reflektiert.

Der Unterricht fand in der dritten Unterrichtsstunde im Berufsgrundbildungsjahr Holztechnik statt: In dieser Zeit befinden sich die Schüler/innen regulär im ersten Lehrjahr zum/zur Tischler/in. Thematisch befasste sich der Unterricht mit den ökologischen Einflussfaktoren auf den Preis für Massivholz. Es sollten entsprechend der Vorgaben des Lehrplans wirtschaftliche Zusammenhänge erkannt und wirtschaftliches Handeln gestaltet werden, sodass Lernende mikro- und makroökonomische Prozesse durchdringen und diese auf die Arbeitswelt reflektieren. Das Ziel der vorgeführten Unterrichtsstunde war es, eine ökonomische Mündigkeit zu entwickeln und ein Verständnis für die Preisbildung und die betriebliche Kalkulationssicherheit zu fördern. Die Auszubildenden erarbeiteten dazu gruppenweise entsprechende Arbeitsaufträge, die die Auswirkungen des Schädlingsbefalls bei Fichten- und Eschenholz auf die Holzpreise behandelten. Anschließend wurden die Arbeitsergebnisse an der Stellwand vorgestellt.

Im Anschluss an die besuchte Unterrichtsstunde durfte Frau Voigt ihre Unterrichtsstunde reflektieren. Zudem haben sich alle Teilnehmer/innen des Netzwerktages zum Besprechen der Tipps und Tops zusammengefunden und wertvolles Feedback gegeben. Die Teilnehmer/innen hatten dazu unterschiedliche Schwerpunkte der Unterrichtsanalyse beobachtet, es wurde sich dazu an den sieben Dimensionen für eine Unterrichtsanalyse nach Riecke-Baulecke orientiert. Außerdem wurde der Unterrichtsentwurf besprochen.

Das Nachmittagsprogramm beinhaltete eine interessante Einführung in das Erkennen von Lernschwierigkeiten bei Schüler/innen durch Adrian Lau. Vor dem Hintergrund einer ausgeprägten Heterogenität an beruflichen Schulen spielen Lernschwierigkeiten sowie eine entsprechende Förderung betroffener Schüler/innen eine bedeutsame Rolle. Das Ziel der Fortbildung war, angehende Lehrkräfte zu einer förderbezogenen Diagnostik in heterogenen Klassen zu befähigen. Die Fortbildung wurde auf diese Weise der Forderung nach einer Individuellen Förderung an Schulen durch die Deutsche UNESCO-Kommission gerecht, da Bildung als universelles Menschenrecht angesehen und deren Verwirklichung als gesellschaftliche Realität für jeden Menschen anerkannt wird. Inklusive Bildung schließt dabei alle Lernenden ein und ist als grundlegender Wert im Bildungssystem verankert. Die Teilnehmenden der Fortbildung bekamen zu Schulungszwecken gruppenweise entsprechende videobasierte Lehr-Lernsettings vorgelegt und sollten Lernschwierigkeiten erkennen sowie diagnostische Handlungsmöglichkeiten eruieren. Dazu wurden die Heterogenitätsdimensionen Verhalten, Sprache und Kognition untersucht: Zum Schwerpunkt Verhalten gehören Formen des psycho-sozialen Verhaltens und Wahrnehmens der Lernenden, die Heterogenitätsdimension Sprache umfasst schriftliche, mündliche sowie nonverbale Sprachhandlungen sowie den Einfluss der deutschen Sprache als Fremdsprache. Die Kognition beschreibt kognitive Lern- und Leistungsfähigkeiten, die entsprechendes Vorwissen, Präkonzepte, räumliches Vorstellungsvermögen sowie Problemlösungsfähigkeiten beinhalten. Die Ergebnisse wurden abschließend gruppenweise präsentiert.

In diesem Rahmen soll ein herzliches Dankeschön an Frau Larissa Voigt für den Einblick in ihren sorgfältig aufbereiteten Unterricht und das Mitwirken aller Beteiligten sowie die wertvollen Beiträge aller Teilnehmer/innen ausgesprochen werden. Ein besonderes Dankeschön galt zudem Adrian Lau, der mit seiner umfassend aufbereiteten Schulung einen wertvollen Beitrag zu einer ganzheitlichen Lehrer/innenbildung geleistet hat.

Text: Clarissa Reuter                                                           

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