360° Nachhaltigkeit an der BBS I Uelzen

Unter dem Motto „Schulen lernen von Schulen“ fand der dritte Netzwerktag in diesem Schuljahr diesmal an der Berufsbildende Schule I in der Hansestadt Uelzen statt.

Die Delegation der Emil‑Possehl‑Schule, bestehend aus Lehrkräften im Vorbereitungsdienst, Abteilungsleitungen, unseren BNE-Koordinatoren und Ausbildungslehrkräften durfte an der BBS I Uelzen eine Schule erleben, die sich in den vergangenen Jahren zu einem bundesweiten Vorbild für Berufliche Bildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE) entwickelt hat. Verantwortlich dafür ist vor allem OStD Stefan Nowatschin, ein Schulleiter, Visionär, Macher und Antreiber. Wer ihm durch die Gebäude der BBS I Uelzen folgen möchte, sollte gute Schuhe tragen.

Das Netzwerk seiner Schule reicht von Uelzen über Tartu in Estland bis nach Santiago de Chile bis ins Reich der Mitte– und seit der Pressemitteilung vom 30.10.2024 auch nach Thailand, wo der deutsche Botschafter die strategische Partnerschaft zwischen der Königlichen Berufsschule / CDTI Bangkok und den BBS I Uelzen unterstützt. Für Stefan Nowatschin ist das kein Prestigeprojekt, sondern gelebte Realität: Internationale Kooperationen, „Ausbildung weltweit“, und ein Berufsbildungsverständnis, das Grenzen eher als Einladung zu einer willkommenen Herausforderung denn als Hindernis sieht.

Unter seiner Leitung wurde aus einer „Umweltschule in Europa“ ein deutsches BBNE‑Leuchtturmprojekt. Die 17 Nachhaltigkeitsziele (oder SDGs) der Vereinten Nationen sind hier fest im berufsbildenden Unterricht verankert. Alle Lehrkräfte integrieren die SDGs in ihre Fachpraxis, entwickeln Projekte, bilden sich fort und tragen die Idee der nachhaltigen Berufsbildung aktiv nach außen. Die Schülerinnen und Schüler werden so konsequent an nachhaltiges Denken herangeführt, dass es zu einer selbstverständlichen Entscheidungskompetenz innerhalb der drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales wird.

Beim Rundgang durch die beiden Standorte zeigte der Schulleiter uns, wie moderne Berufsbildung aussehen kann, wenn man sie mit Leidenschaft und internationalem Blick betreibt. Mit schnellen Schritten, großer Begeisterung und gelegentlich hoher Phonzahl führte er uns durch Lernlabore, Werkstätten und offene Lernräume. Man spürte: Hier wird nicht nur unterrichtet – hier wird gestaltet, vernetzt, ausprobiert und weitergedacht.

Der geplante BBS Campus Uelzen – Lern- und Lebensort für 360 Grad Nachhaltigkeit wird diese Entwicklung künftig architektonisch sichtbar machen. Sobald der nachhaltig gestaltete Neubau durch das Kiel/Lübecker Architekturbüro PPP genehmigt und umgesetzt ist, soll ein Ort entstehen, der Berufsorientierung, Ausbildung, Weiterbildung und Forschung verbindet – ein Campus, der Nachhaltigkeit versinnbildlicht.

Bis dahin zeigt die BBS I Uelzen bereits heute, wie ein exzellentes 360°‑Nachhaltigkeitskonzept funktioniert: Offene Strukturen, internationale Partnerschaften, projektorientierte Teams und eine Schulkultur, die Nachhaltigkeit als Grundprinzip versteht. Berufsbildung erhält hier die Bühne, die ihr zusteht – durch einen Schulleiter, der diese Bühne mit Überzeugung und einem bemerkenswerten Tempo bespielt.

Wir bedanken uns von ganzem Herzen für den wertvollen und hoffentlich nachhaltigen Blick über den eigenen Tellerrand, das großartige Engagement sowie die Gastfreundschaft bei unserem zweitägigen Besuch in Uelzen und wünschen Herrn Nowatschin und seinem Kollegium viel Erfolg bei seinem nächsten großen Ziel: der Eröffnung des o.g. Nachhaltigkeits‑Berufsschulkomplexen

Text: Jörn Fischer, Fotos: Die Uelzenbande

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